Klaus Mann schrieb 1929 mit
Alexander: Roman der Utopie seinen ersten Roman. Wer vom Kinofilm
von Oliver Stone enttäuscht war, darf mit diesem Buch getrost einen
neuen Versuch wagen, sich mit dem Leben und Wirken des grossen
Eroberers zu beschäftigen.
Mit seinem Roman-Erstling Alexander: Roman der Utopie ist Klaus Mann
ein grosser Wurf gelungen, ein eindrückliches Werk über das Leben
und gewaltige Wirken von Alexander dem Grossen. Dabei zeichnet Mann
ein Bild nach, welches der Nachwelt vom grossen Kriegsherrn und
Eroberer übrig geblieben ist. Er greift die Besessenheit Alexanders
auf, wie er von Siegen berauscht immer weiter gen Osten zieht, dabei
mehr und mehr den Kontakt zu seinen Männern und Freunden verliert
und schlussendlich der Einsamkeit und Isoliertheit verfällt.
Offen homosexuell
Klaus Heinrich Thomas Mann, wie der Autor mit vollem Namen heisst,
ist am 18. November 1906 als Sohn des berühmten Schriftstellers
Thomas Mann und dessen Frau Katja als zweites Kind und ältester Sohn
zur Welt gekommen. Im Gegensatz zu seinen Vater, welcher seine
gleichgeschlechtlichen Neigungen nur in seinen Werken, nie aber in
Wirklichkeit auslebte, stand Klaus Mann offen zu seiner
Homosexualität. Sein erstes Theaterstück mit dem Titel Anja und
Esther wurde 1925 in Hamburg uraufgeführt, und sorgte für einen
grossen Skandal, da darin die lesbische Liebe offen thematisiert
wurde. Vier Jahre später veröffentlichte Mann mit Alexander seinen
ersten Roman. Damit wagte er sich an eine Figur, welche bezüglich
der sexuellen Präferenzen unter Historikern nicht unumstritten ist –
bis heute werden Alexander zumindest bisexuelle Neigungen
zugesprochen.
Flucht und Auflehnung gegen Deutschland
1933 sah sich Klaus Mann durch die Machtübernahme der
Nationalsozialisten zur Flucht aus Deutschland gezwungen. Neben
Amsterdam, Paris und den USA hielt er sich auch für kurze Zeit in
der Schweiz auf. Zusammen mit seiner Schwester Erika Mann pflegte er
zu dieser Zeit, aber auch schon früher, gute Kontakte zur lesbischen
Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach. Ein Jahr nach seiner
Flucht aus Deutschland entzogen die Nazis Mann die
Staatsbürgerschaft. Entsprechend seiner Idealen griff er ab 1944
selber aktiv ins Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs ein, und
kämpfte an der Seite der US-Army in Italien gegen die Deutschen. Als
Soldat kam er darauf, im Sommer 1945, auch erstmals wieder zurück
nach Deutschland.
Drogen, Geldprobleme, psychische Probleme
Seine seit den dreissiger Jahren anhaltende Drogenabhängigkeit
schaffte er auch nach zwei Entziehungskuren nicht in den Griff zu
bekommen. Dazu kamen Gründe wie die aufgezwungene Abkapselung von
Deutschland durch die nationalsozialistischen Machthaber, welche ihm
das Leben nicht mehr lebenswert erschienen liessen. Sein Vorwurf,
dass das Nachkriegsdeutschland versuche, Skandale aus der Nazizeit
zu vertuschen, verursachten schlussendlich massive finanzielle
Einbussen und damit Geldprobleme bei Klaus Mann. Er sah keinen
Ausweg mehr, und begann schlussendlich am 21. Mai 1949 in Cannes
Suizid mit einer Überdosis Schlaftabletten. (dom/23.05.07)
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