Mit Darkroom legt
Rujana Jeger einen äusserst empfehlenswerten Erstling vor. Darin
verbindet die Autorin die Wirren im damaligen Jugoslawien,
Homosexualität und Familie.
Sie lebt in Wien, ist jedoch in Kroatien zur Welt
gekommen: Rujana Jeger. Mit ihrem Debütroman Darkroom wagt
die 37-jährige Autorin nochmals einen Blick zurück ins alte
Jugoslawien ihrer Jugend – unverkennbar dabei die autobiografischen
Züge ihrer Romanfiguren. Postmodern erzählt und mit Zitaten von Iggy
Pop und Lou Reed versetzt, fügt sich der Roman aus einzelnen
Scherben zu einem mit Leichtigkeit erzählten Ganzen zusammen.
Die ganze Geschichte widerspiegelt eigentlich ein Stück weit die
Wirren im damaligen Jugoslawien. Einzelne Stränge winden sich für
den Leser ineinander und fügen sich, obwohl die Gegensätze darin
kaum grösser sein könnten, schlussendlich doch zu einem Gesamtwerk
zusammen. Der sterbende Grossvater, dessen Asche von Serbien nach
Kroatien geschmuggelt werden soll, wird ebenso thematisiert, wie
Kristijan, der schwule Freund der Hauptfigur, dessen Liebesleben
beinahe im Tagebuchstil genaustens geschildert wird.
Ein gelungenes Werk über die Wirren im damaligen Jugoslawien
kombiniert mit dem ausgefüllten Liebesleben eines Schwulen, erzählt
mit viel Feingefühl und der richtigen Mischung aus Situationskomik
und Tiefgang. Die vielen treffenden Momentaufnahmen in Jeger’s Buch
kommen auch in der Übersetzung von
Brigitte Döbert voll und ganz zur Geltung.
(dom/23.05.07)
|
Willst Du dieses Buch kaufen? -
Klick auf das Bild! |