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DIE HEIRAT - Nikolaj Gogol
Nikolaj Gogol [1809-1852] zählt zu den ganz grossen russischen Literaten. Seine Werke werden bis heute immer wieder an angesehenen Theatern aufgeführt oder gelten als Vorlage für einen Film. In Die Heirat beschreibt er in seiner gewohnt satirischen Art die Furcht eines Hofrats vor der Ehe als Sinnbild für die eigene Unterdrückung der Homosexualität.

Russland im 19. Jahrhundert: Ein Mann hat panische Angst zu heiraten, ständig sucht er nach neuen Ausflüchten um dem Übel einer Ehe zu entfliehen. Die Braut steht bereits fest, und der Brautwerber, ein enger Freund des zukünftigen Bräutigams, setzt alles daran, dass die Heirat zwischen den Beiden zustande kommt. Nebenbuhler müssen taktisch ausgeschalten werden, und auch eine andere Brautwerberin versucht in das „Geschäft“ mit der Heirat reinzufunken. Dies ist grob die Handlung von Nikolaj Wassiljewitsch Gogols witziger Theaterkomödie Die Heirat.

Der 1809 in Sorotschinzy im damaligen Russland – heutige Ukraine - geborene Gogol gilt als einer der angesehensten russischen Literaten und Theaterautoren seiner Zeit. Er verbrachte einen grossen Teil seines Lebens im Ausland, vor allem in Paris und Rom. Zu den weiteren Werken Gogols, welche oft auf seinen Reisen entstanden sind, gehört auch Der Revisor, Die toten Seelen, Der Mantel und Die Nase. Gestorben ist Nikolaj Gogol 1852 in der russischen Hauptstadt Moskau.

Mit seinem eigenwilligen Schreibstil gilt Nikolaj Gogol als Wegbereiter für Schriftsteller wie Fjodor M. Dostojewskij und Lew Tolstoi. Doch er ist durch seine literarischen Eigenheiten auch oft angeeckt. So ist beispielsweise 1842 die Hälfte des Publikums bei der Uraufführung von Die Heirat bereits nach dem ersten von zwei Aufzügen kopfschüttelnd aus dem Theater gelaufen. Dies geschah, weil Gogol die damaligen Regeln in Bezug auf den Aufbau einer Komödie missachtete und seine eigenen Ideen eingebracht hatte: Er liess sich in kein vorgefertigtes Schema packen. Doch dies schadete seinem Ruf nicht. Bis heute steht Gogol immer wieder in renommierten Theatern auf dem Programm.

Heutzutage gilt Nikolaj Gogol, nicht zuletzt durch Die Heirat, auch als wichtiger Vertreter der „versteckten“, russischen Schwulenliteratur. Die panische Angst vor der Ehe und der damit verbundene Verlust der persönlichen Freiheit, kann autobiografisch als ein Unterdrücken seiner eigenen Homosexualität begründet werden. Das Ganze gipfelt in Die Heirat gar in einer wahren Furcht vor dem weiblichen Geschlecht, und so folgt als einziger Ausweg aus dieser misslichen Situation die Flucht.
  (dom/23.05.07)
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