Durch die Aufklärung eines Mordes an einem Transvestiten, gerät der
mit dem Fall vertraute Kommissar immer weiter in die
Unergründlichkeit der versteckten kubanischen Schwulenszene. Dem in
Havanna lebenden Leonardo Padura gelang mit diesem Kriminalroman ein
Werk, welches durch seinen Tiefgang weit über einen üblichen Krimi
hinausgeht.
Der mittlerweile 50-jährige, in Havanna geborene Autor Leonardo
Padura kann eine breite Palette an unterschiedlichen
Buchveröffentlichungen vorweisen: Romane, Erzählungen,
literaturwissenschaftliche Werke, Reportagen, oder eben Krimis wie
Labyrinth der Masken, der Sommer seines nach den vier
Jahreszeiten benannten Havanna-Quartetts. Das von Hans-Joachim
Hartstein aus dem kubanischen Spanisch übersetzte Werk ist absolut
lesenswert.
Im Vordergrund der Handlung steht der Mord an einem jungen
Transvestiten, welcher vom Protagonisten, Mario Conde, aufgeklärt
werden muss. Dabei erhält der Kommissar einen faszinierenden
Einblick in die Welt der geächteten Homosexuellen, welche sich im
homophoben Kuba ein eigenes soziales Netz aufgebaut haben. Conde
gerät dabei immer tiefer in eine düstere Welt, und mit wachsendem
Interesse ist er der Auflösung seines Falls auf der Spur. Seine
anfänglichen Vorurteile und Abneigungen werden durch Neugier
abgelöst.
Der Roman kann wärmstens empfohlen werden, wird der Leser doch mit
einer Gesellschaft konfrontiert, bei welcher Homosexualität im
Alltag schlicht inexistent und verdrängt wird. Padura schafft es in
Labyrinth der Masken, diesen Fakt detailgetreu nachzuzeichnen
und dem Leser nahe zubringen. (dom/23.05.07)
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