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SCHATTENENGEL -
Brane Mozetic |
Im deutschsprachigen Raum ist die slowenische Literatur stark im
Kommen. Dennoch dauerte es ganze sechs Jahre bis der Roman
Schattenengel des Schriftstellers Brane Mozetič endlich auch in
Deutsch erhältlich war.
Im Zentrum des Schattenengel steht Brane, ein Schwuler,
welcher seinen Geliebten umgebracht hat und nun auf Anweisung des
Gerichts psychologisch begutachtet werden soll. Die ganze Erzählung
hindurch, von der ersten Seite einmal abgesehen, erläutert der Autor
in direkter Rede, wie eine Psychologin versucht die Beweggründe des
angeklagten Brane auszuleuchten. Drastische homosexuelle Praktiken
und psychische, wie auch physische Gewaltakte werden im Verlaufe des
Gesprächs zu Tage gefördert. Die Beziehung zwischen dem
Protagonisten Brane und Jan, seinem Geliebten, war von Beginn her
durch Abhängigkeit, Eifersucht und Gewalt geprägt, welche
schlussendlich im Mord als „logische“ Konsequenz gipfelte.
Schattenengel ist absolut lesenswert und zählt zum derzeit
Besten, was die slowenische Literatur, aber auch die Literatur mit
schwuler Thematik im Allgemeinen, zu Bieten hat. Mit drastischen und
abstossenden Schilderungen von einzelnen Handlungen vermag Brane
Mozetič zu schockieren. Die Aussagen Branes werden vom Autor derart
rational und nüchtern wiedergegeben, dass kein Wahnsinn erkennbar
wird. Gerade dieser Punkt zieht den Leser in einen ungeheuren Bann
und bietet viele – oft erschreckende - Identifikationsmöglichkeiten
mit den Figuren.
Der Autor, Brane Mozetič, ist 1958 in der heutigen Hauptstadt
Sloweniens, Ljubljana, geboren. Seit 1990 ist er neben seiner
Tätigkeit als Übersetzer und Schriftsteller auch der Herausgeber des
slowenischen Schwulenmagazins Revolver. Durch seinen grossen
Erfolg mit seinen Prosa- und Gedichtbänden gilt er als wichtiger
Repräsentant der slowenischen Literatur im Ausland. (dom/23.05.07)
Link:
http://www.branemozetic.com/
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